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Werra-Meißner-Kreis ist Modellregion für Klimaanpassungsstrategien

Die Chancen des Klimawandels frühzeitig erkennen und zukunftsfähig gestalten, dies ist die Aufgabe des Forschungs- und Umsetzungsprojekts KLIMZUG Nordhessen (KLIMawandel in Regionen ZUkunftsfähig Gestalten). Dabei bildet der Regierungsbezirk Kassel mit Ausnahme Fuldas eine von sieben bundesweiten Modellregionen, die für die nächsten fünf Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für die Erforschung und Anwendbarkeit zukunftsfähiger Klimaanpassungsstrategien und -prozesse gefördert werden. Die Universität Kassel forscht und liefert die wissenschaftlichen Ergebnisse im Rahmen unterschiedlichster Teilprojekte, die sich aus den Bereichen Land-, Forst- und Wasserwirtschaft, Energie und Verkehr sowie dem Tourismus- und Gesundheitssektor zusammensetzen. Diese Ergebnisse werden dann durch die Klimaanpassungsbeauftragten (KAB), die seit Oktober 2008 auch im Werra-Meißner-Kreis tätig sind, in die Gebietskörperschaften übermittelt. Umgekehrt werden Fragen, Ideen und Bedarfe, die in den Verwaltungen der Landkreise hinsichtlich Klimaanpassung gesehen und als wichtig erachtet werden, zur Universität transportiert, wo sie wiederum in wissenschaftliche Fragestellungen zur Klimaanpassung einfließen sollen. Daneben werden Kontakte zur Wirtschaft und zu weiteren gesellschaftlichen Akteuren vor Ort gesucht, um sie mit dem Thema Klimaanpassung vertraut zu machen. Dadurch soll in den kommenden Jahren ein gut funktionierendes Netzwerk zwischen Wissenschaft und Praxis aufgebaut, das für eine zukunftsfähige Ausgestaltung von Klimaanpassung Voraussetzung ist.

Das Neue an diesem Projekt ist, dass der Schwerpunkt auf Klimaanpassung liegt, d.h. dass man frühzeitig die Chancen, die sich durch den zukünftigen Klimawandel ergeben, erkennt und nutzen möchte. Dem Klimaschutz kommt jedoch auch bei KLIMZUG eine wichtige Bedeutung zu wie an den Teilprojekten "Personen-, Berufs- und Wirtschaftsverkehr", bei denen es auch um die Vermeidung von Verkehrsaufkommen und CO2  Emissionen geht, zu erkennen ist.

Die insgesamt 18 Forschungsprojekte entwickeln modellhaft neue Ideen, Methoden, Verfahren, Produkte und Techniken. Dies tun sie anhand geografischer, klimatischer, touristischer, demografischer und verkehrstechnischer Voraussetzungen. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden dann auf alle beteiligten Landkreise Nordhessens zu übertragen versucht.

Parallel hierzu ist es jedoch nützlich und wichtig, dass der Werra-Meißner-Kreis selbst Bedarfe formuliert, die durch die KAB an die verschiedenen Teilprojekte herangetragen werden, um zu zeigen, wo denn in der Praxis hinsichtlich Klimaanpassungsmaßnahmen Forschungserkenntnisse gewünscht werden.

Erste Gespräche lassen erkennen, dass folgende Themen von besonderer Bedeutung für den Werra-Meißner-Kreis sind:

  • die Hitzestressgefährdung von älteren Menschen und deren Prävention
  • die ambulante Versorgung von älteren Menschen bei Unwetter
  • die Ausbreitung von Krankheiten (MüZe)
  • Katastrophenschutzübungen zu verschiedene Szenarien
  • das Raumklima
  • die standortgerechte Baumartenwahl
  • Bildung und Information aller Bevölkerungsgruppen zum Themenkomplex "Klimawandel, Klimaanpassung, Klimaschutz"
  • eine zukunftsfähige Ver- und Entsorgungsstruktur
  • die Akzeptanzschaffung für Erneuerbare Energien
  • Szenarien für bestimmte Situationen zu entwickeln, um für den Ernstfall gerüstet zu sein.

Weitere Informationen finden Sie hier: > KLIMZUG