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Der Landkreis Kassel

Sonne bringt es an den Tag: Gute Atmosphäre im Landkreis

Auf Regen folgt Sonnenschein. Dieser Weisheit vertraut der Landkreis Kassel. Und fährt damit seit Anfang der 90er Jahre gut. Sein Engagement in Sachen Solar- und damit Energiepolitik ist beispielhaft. Zu Recht ist heute von der Solarregion Kassel die Rede. Für die gute Atmosphäre sorgen allerdings nicht nur Sonnenstrahlen, sondern auch der Einsatz von Biomasse. Sperrige Worte wie Holzhackschnitzelfeuerungsanlagen, Blockheizkraftwerk auf Pflanzenölbasis oder Heizkessel auf Pelletbasis umschreiben eine richtungsweisende Entscheidung - für eine ökonomisch und ökologisch gesicherte Zukunft.

Dabei schafft der Landkreis es außerdem, bestehende Bausubstanzen umzufunktionieren und ihnen intelligente Funktionen zukommen lassen. Gelungenes Beispiel für diese Synergien nutzende Vorgehensweise ist die ehemalige Pommerkaserne in Wolfhagen. Dort konnte eine der größten Photovoltaikanlagen Europas eingeweiht werden. Zu Gute kommt das Rekord-Solardach nicht nur kommenden Generationen aufgrund der Ressourcen schonenden Stromgewinnung, sondern auch der Herwig-Blankertz-Schule. Das mit einer Gesamtfläche von 4.800 Quadratmetern größte Solardach Hessens der neuen Berufsschule speist seit Herbst 2008 Energie ins öffentliche Netz  und dient ab 2010 der dann fertiggestellten Schule als Domizil.

Die anfänglich kritisch beäugte Photovoltaik-Demonstrationsanlagen bspw. auf den Dächern der Jugendburg und Sportbildungsstätte Sensenstein, überzeugten viele Zweifler von der Solarenergie. Mittlerweile gibt es Photovoltaikanlagen auf den Dächern von insgesamt fast 40 Schulen im Landkreis. Hinzu kommen Anlagen auf dem Schulbauernhof im Tierpark Sababurg, auf Scheunen wie der des Wasserschlosses Wülmersen bei Trendelburg und sogar auf dem Dach des kreiseigenen Freizeitheimes Panorama in Berchtesgaden. Die Arbeitsförderungsgesellschaft AGiL betreibt eine Anlage auf dem Dach der ehemaligen Kleiderfabrik in Wolfhagen und nicht zuletzt wird auf dem Dach des Kreishauses in Kassel Solarstrom erzeugt. Damit steht immerhin eine Gesamtsolarleistung auf Kreisgebäuden von mehr als 1,1 Megawatt zur Verfügung.

Doch nicht nur diese Einrichtungen lassen die Solarregion Kassel entstehen. Die vielerorts sichtbaren Solarmodule auf Dächern von Privathäusern und landwirtschaftlichen Betrieben in Dörfern und Städten zeigen, dass der Einsatz erneuerbarer Energien keine Glaubensfrage ist, sondern vielmehr als betriebswirtschaftlich rational und volkswirtschaftlich notwendig betrachtet werden muss. Hand in Hand mit dieser Entwicklung geht, dass die Hessische Landesregierung sich offensiv zur Förderung der Nutzung erneuerbarer Energien bekannt hat. Im Zuge dessen hat der Landkreis Kassel mit der Gründung der regionalen Energieagentur ENERGIE 2000 e.V. mit Sitz in Wolfhagen eine der Grundlagen für eine zukunftsweisende und umweltschonende Energienutzung gelegt.

Neben 26 Kommunen gehören der ENERGIE 2000 Energieversorgungsunternehmen, die Kreishandwerkerschaft und das Institut für Solare Energieversorgungstechnik Kassel (ISET) an. Zusätzlich wurde der Arbeitskreis "Regenerative Energien im Landkreis Kassel" eingerichtet, der projektbezogen mit Kommunen, Wirtschaft, Landwirten sowie Vereinen und Verbänden zusammenarbeitet. Auch das Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien e.V. berät und unterstützt Kommunen, Unternehmen und Einzelpersonen bei der Nutzung erneuerbarer Energien.

Erdöl, Erdgas und Kohle stehen nur begrenzt zur Verfügung. Viel Zeit zum Umsteuern bleibt nicht mehr - aber es gibt eine Vielzahl von positiven Ansätzen, die in den nächsten Jahren kontinuierlich weiter entwickelt werden müssen. Neue Energiequellen sind gefragt, werden weiter entwickelt.

So setzt der Kreis daher ebenfalls auf den Einsatz von Biomasse und bedient sich eines breiten Spektrums der regenerativen Energien. Sechs Schulen werden von den eingangs erwähnten Holzhackschnitzelfeuerungsanlagen mit Wärme versorgt, eine kleinere Anlage steht im Tierpark Sababurg. Heizkessel auf Pelletbasis kommen an der Elbetalschule in Naumburg, in der Jugendburg und Sportbildungsstätte Sensenstein und im Wasserschloss Wülmersen zum Einsatz. An der Wilhelm-Filchner-Schule in Wolfhagen sorgt dagegen ein Blockheizkraftwerk auf Pflanzenölbasis seit mehr als fünf Jahren für Wärme.

Der Kreis Kassel wird auch in Zukunft bei der Nutzung erneuerbarer Energien ? und hier besonders im Bereich der Biomasse - mit gutem Beispiel vorangehen. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass so regionale Wertschöpfung erzielt und die Umwelt geschont wird. Das findet Anerkennung: 2006 verlieh die unabhängige Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien e.V., EUROSOLAR, dem Landkreis Kassel den Deutschen Solarpreis.

 

Engagiertes Netzwerk:

 

  • Energieagentur ENERGIE 2000 gehören neben 26 Kommunen im Landkreis Energieversorgungsunternehmen, die Kreishandwerkerschaft und das Institut für Solare Energieversorgungstechnik Kassel (ISET) an.
  • Arbeitskreis "Regenerative Energien im Landkreis Kassel" der Landeskreisverwaltung (Weitere Informationen unter www.landkreiskassel.de)
  • Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien e.V.