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Ökologische Siedlung Oberzwehren
Optimierte Energieversorgung im städtischen Bereich
Projekthintergrund
Die Stadt Kassel beabsichtigt auf dem Grundstück der ehemaligen Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau des Landes Hessen im Stadtteil Oberzwehren ein modellhaftes Baugebiet für Wohnbebauung auszuweisen, um Bauinteressenten für das umweltfreundliche Bauen in der Stadt Kassel zu gewinnen. Ziel ist die Entwicklung eines ökologischen Baugebietes mit hoher städtebaulicher und architektonischer Qualität sowie die Umsetzung von zukunftsfähigen energetischen Lösungen.
Im Januar 2006 wurde vom Planungsamt der Stadt Kassel unter dem Titel "Ökologisches Planen und Bauen in Kassel" ein Workshop zur Konzeptentwicklung unter Beteiligung von acht Kasseler Architekturbüros und zwei Landschaftsplanungsbüros durchgeführt. Ergebnis waren vier Alternativen differenzierter städtebaulicher Konzepte unter der Zielsetzung, erneuerbare Energien zu nutzen. Als energetisches und ökologisches Handlungsziel ist eine CO2-neutrale Wärmeversorgung formuliert worden.
Daraufhin wurde deENet e.V. zusammen mit dem Zentrum für umweltbewusstes Bauen von der Stadt Kassel mit der Entwicklung des Energiekonzepts beauftragt.
CO2-neutrale Wärmeversorgung
Auf dem Weg zu einer CO2-neutralen Wärmeversorgung sollen die durch den Heiz- und Warmwasserenergiebedarf bedingten CO2-Emissionen durch hohe Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien so optimiert werden, dass ein rechnerischer Ausgleich der jährlichen CO2-Bilanz erreicht wird. Erster notwendiger Schritt dazu ist die Reduktion treibhausrelevanter Gase, die für die Wärmebereitstellung emittiert werden. Dafür sind mehrere Maßnahmen notwendig:
- Senkung des Heizwärmebedarfs über einen guten Wärmeschutz der Gebäude.
- Städtebauliche Optimierung der solarenergetischen Erträge über die Orientierung und Zonierung der Gebäude, um optimierte Wärmeeinträge zu ermöglichen.
- Eine günstige Kubatur des Gebäudes zur Reduzierung der wärmeübertragenden Fläche der Gebäudehülle im Verhältnis zum beheizten Volumen.
- Eine im nördlichen Gebiet anskizzierte Fernwärmeversorgung über den Fernwärmerücklauf (50°C) und im südlichen Gebiet eine dezentrale Lösung für eine weitere Optimierung.
- Mit der Wahl der Energieträger besteht die Möglichkeit, die CO2-Emissionen pro eingesetzter Kilowattstunde weiter zu verringern.
- Die restlichen CO2-Emissionen sollten bezogen auf das Einzelgebäude über die Kompensation mit Photovoltaikanlagen ausgeglichen werden.
Mit diesem Leuchtturmprojekt soll dokumentiert werden, wie eine innerstädtische Konversionsfläche zu einer klimaneutralen Siedlung entwickelt werden kann. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Niedertemperatur-Fernwärmeversorgung.
Über die unterschiedlichen Wärmeversorgungskonzepte im nördlichen und südlichen Gebiet ergeben sich zudem interessante Forschungsansätze zum Thema Niedrig-Exergie (Low-Ex), die einen weiteren Baustein darstellen, um Kassel als Innovationsregion für dezentrale Energietechnologien im nationalen und internationalen Kontext zu präsentieren.













