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Stadt Kassel

Kassel ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Nordhessens. Die einst prächtige Residenzstadt der hessischen Landgrafen hatte schwer unter den furchtbaren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg zu leiden. Durch die Wiedervereinigung wurde Kassel aus der Zonenrandlage in die Mitte Deutschlands und Europas katapultiert. Die gute Erreichbarkeit, die durch den ICE und den Neubau des Bahnhofs Wilhelmshöhe einen zusätzlichen Impuls erhielt, haben die Stadt nachhaltig verändert.

Heute ist Kassel mit seinen rund 192.000 Einwohnern eine moderne und liebenswerte Großstadt. Gemeinsinn und bürgerschaftliches Engagement sind hier besonders ausgeprägt. Weltoffenheit und das gute Miteinander unterschiedlicher Kulturen kann Kassel ebenso in die Waagschale werfen wie eine Vielzahl qualitätsvoller Bildungseinrichtungen. Kassel verfügt mit der Regiotram über ein herausragendes ÖPNV-Angebot. Die Stadt ist landschaftlich herrlich eingebettet; weltweites Renommee genießt Europas größter Bergpark mit Schloss Wilhelmshöhe, der Löwenburg und dem Herkules, dessen Aufnahme in die Welterbeliste der UNESCO derzeit ansteht.

In Europa haben sich die Stärken des Wirtschaftraums Kassel, in dessen Einzugsgebiet über eine Million Menschen leben, längst herumgesprochen. Die ansässigen international agierenden Unternehmen bauen ihren Standort konsequent aus. Auf ehemaligem Kasernengelände fanden Unternehmensgründer ein innovatives Umfeld. In den Clustern Mobilitätswirtschaft und Logistik, dezentrale und erneuerbare Energien sowie Tourismus und Wellness schlummern große Potenziale. Der Wissenstransfer aus der Universität Kassel in die heimische Wirtschaft wird professionell betrieben.

Unternehmen, Handel und Handwerk haben die Zahl der Ausbildungsplätze überdurchschnittlich steigern können. Die Stadt selbst geht seit Jahren mit gutem Beispiel voran und bildet über Bedarf aus, um jungen Menschen Perspektiven auf dem ersten Arbeitsmarkt zu eröffnen.

Damit sich die Gewerbesteuer weiterhin positiv entwickelt, werden in enger Kooperation mit Umlandgemeinden interkommunale Gewerbegebiete entwickelt. Da im Industriegebiet Kassel-Waldau fast alle Grundstücke vermarktet sind, müssen zusätzliche Flächen für Unternehmenserweiterungen und -ansiedlungen bereitgestellt werden. Hierzu gehören der "Sandershäuser Berg" strategisch günstig an der A 7 gelegen, sowie das "Lange Feld" im Süden Kassels. Dass das Oberzentrum mit den benachbarten Gemeinden und dem Landkreis an einem Strang zieht, macht Sinn. Der Wettbewerb um Investoren und ansiedlungswillige Unternehmen spielt sich zunehmend auf der Ebene der Regionen ab; kommunale Konkurrenz wäre da kontraproduktiv.

Kassels Wirtschaftsgeschichte ist seit 150 Jahren durch sein starkes industrielles Rückgrat geprägt.

Kassel soll zu einer Modellregion für modernste Energie- und Effizienztechnologien entwickelt werden. Eine im Dezember 2007 vorgestellte Studie rechnet mit rund 20.000 hoch qualifizierten Arbeitsplätzen bis 2020, davon entfallen 5.000 auf das heimische Handwerk. Damit wird dieser Wirtschaftszweig eine so bedeutende Rolle spielen wie heute die Automobilindustrie.

Der Wirtschaftsraum Kassel ist schon jetzt eine Plattform für die Energiefragen der Zukunft und eine international führende Region, wenn es um Energiewirtschaft und -technologie geht. Das Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien e.V. vereint fast 100 Unternehmen, Dienstleister und Forschungseinrichtungen.

Die Firma SMA eröffnet am 1.Juli auf Kasseler Gemarkung für 40 Millionen Euro die größte Wechselrichterfabrik der Welt mit der Perspektive von 1.000 neuen Arbeitsplätzen. Einen Coup landeten die Städtischen Werke im Oktober 2007 - Kassel ist die erste deutsche Großstadt, die Privatkunden Naturstrom aus skandinavischen Wasserkraftwerken liefert.

Aus Sicht der Stadt ist die Förderung erneuerbarer Energien handfeste Industriepolitik zur Sicherung des vorhandenen Technologievorsprungs, für die Schaffung neuer Arbeitsplätze und zur Sicherung von Lebensqualität. Und schließlich tragen diese Anstrengungen zur weltweiten CO2-Reduzierung bei. Hier, wie in vielen Bereichen, gilt: Als rohstoffarmes Land muss Deutschland in Wissen investieren, auf höchstem Niveau forschen, und die wissensbasierte Entwicklung vorantreiben.

Einen erheblichen Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung Kassels hat denn auch die Universität Kassel, die ohne Zweifel die strukturpolitisch wichtigste Entscheidung der vergangenen Jahrzehnte darstellt. Die Hochschule treibt mit eigenen Impulsen die Regionalentwicklung voran und schafft als Innovationsschmiede für ganz Nordhessen hoch qualifizierte Arbeitsplätze. Dass die Uni Kassel als eine der unternehmerischsten Hochschulen Deutschlands gilt und sich bei Studienanfängern großer Beliebtheit erfreut, spricht für ihr erfolgreiches Profil.

Wirtschaftliche Prosperität hängt aber auch ganz entscheidend von den weichen Standortfaktoren ab.

Kassel ist die kleinste Kulturmetropole Deutschlands. Es verfügt über eine einzigartige Museumslandschaft, die in den kommenden Jahren für über 200 Millionen Euro saniert und ausgebaut wird. In der Galerie Alter Meister auf Schloss Wilhelmshöhe ist eine der größten Rembrandtsammlungen zu bestaunen. Der erste Theaterbau Deutschlands, das Ottoneum, und das erste Museum auf dem europäischen Festland, das Fridericianum, entstanden in Kassel.

Das Werk der Brüder Grimm ist eine der Weltmarken Kassels, ebenso wie die documenta, die weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst, die alle fünf Jahre internationales Flair auf Straßen und Plätze zaubert. 2007 kamen über 750.000 kunstbegeisterte Besucher nach Kassel. Auch im Stadtbild hat die documenta unauslöschlich Spuren hinterlassen: die Aktion "7000 Eichen" von Joseph Beuys ist eines der bekanntesten Beispiele.

Kassel hat sich also eine gute Ausgangslage für die Gestaltung der Zukunft erarbeitet. Auf die Stärken des Wirtschaftsstandorts, die Potenziale der kulturellen Schätze und die Impulse der Universität kann die Stadt weiter aufbauen.