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Solarstromkürzung gefährdet Energiewende und bedroht Wachstumspotenzial und Arbeitsplätze in Nordhessen

deENet befürchtet massive Beeinträchtigung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit von Nordhessen. Branche der "Dezentralen Energiesystemtechnik" zählt zu den wichtigsten Innovations- und Wachstumstreibern der Region.

Der Photovoltaik (PV) wird sämtlichen regionalen, deutschlandweiten und internationalen Szenarien zur zukünftigen, nachhaltigen Energieversorgung eine tragende Rolle zugeordnet. Ihr weiteres Kostensenkungspotenzial und ihre besondere Eigenschaft, sehr schnell und einfach, auch ohne großen Planungs- und Genehmigungsaufwand, zum Beispiel auf Wohngebäuden, errichtet werden zu können, macht die PV zu einer unverzichtbaren Säule einer dezentralen Energiewende.

Die Förderung der PV wurde seit dem Jahr 2008 bis heute bereits um 50% reduziert, was durch technologische Weiterentwicklungen, Skaleneffekte und internationalen Wettbewerb kompensiert werden konnte. Die zum 09. März vorgesehene kurzfristige Absenkung des Vergütungsniveaus um nochmals bis zu 30 Prozent droht jetzt jedoch den PV-Markt zu überfordern und den weiteren Ausbau abzuwürgen."Dies würde unmittelbar auch nordhessische Unternehmen betreffen, mit deutlichen Auswirkungen auf Zulieferer, Handwerker, sonstige Dienstleister, einschließlich Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen und damit schließlich das gesamte nordhessische Clusternetzwerk Dezentrale Energietechnologien", so deENet Geschäftsführer Dr. Martin Hoppe-Kilpper.

Die Region Nordhessen hat bereits sehr frühzeitig die besonderen Chancen erkannt, die sich aus einer Umstrukturierung der Energieversorgung ergeben können. In einer wissenschaftlichen Untersuchung "Nordhessen 2020: Dezentrale Energie und Arbeit" wurde 2007 herausgearbeitet, dass bis 2020 bereits rund 20.000 Arbeitsplätze dem Wirtschaftsbereich dezentrale Energie und Energieeffizienz in Nordhessen zugeordnet werden könnten. Damit würde diese Branche in der Region bis zum Jahr 2020 eine ähnlich große ökonomische Bedeutung erlangen, wie sie heute die Automobilindustrie hat.

Im Jahr 2011 stellte die Branche bereits rund 14.000 Arbeitsplätze in Nordhessen, sowohl im produzierenden Bereich als auch bei Dienstleistern und im Handwerk. Der größte Anteil lag jedoch mit ca. 10.000 Arbeitsplätzen in produzierenden Unternehmen, fast dreimal so viele wie noch im Jahr 2007. Allein bei SMA stieg die Mitarbeiterzahl von 2007 bis heute von etwa 1.800 auf über 5.300.

"Natürlich müssen die Kosten der PV weiter deutlich gesenkt werden, um im Wettbewerb mit anderen erneuerbaren und konventionellen Energien bestehen zu können. Dazu sollten jedoch die bereits vereinbarten zubauabhängigen Kürzungen der PV Förderungen beibehalten werden und ggf. kürzere Anpassungszeitschritte erwogen werden", so deENet Geschäftsführer Hoppe-Kilpper weiter. "Die im Raum stehenden zusätzlichen und vor allem sehr kurzfristig anberaumten Kürzungen drohen jedoch den PV Markt einbrechen zu lassen und damit auch die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit von Nordhessen massiv zu beeinträchtigen". Die Erneuerbaren Energien benötigen auch zukünftig langfristig angelegte, verlässliche Rahmenbedingungen aber keine kurzfristige Richtungsänderung.

19.03.2012 15:26 Alter: 1 Jahre