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Forschungsprojekt pinta: Smarte Büros mit geringem Energieverbrauch

E.ON Mitte, Siemens, deENet, ComTec und IWES entwickeln gemeinsam innovatives Energiemanagementsystem für den Büroarbeitsplatz


Kassel, 03.05.2011 - Anfang April ist das Projekt pinta (Pervasive Energie durch internetbasierte Telekommunikationsdienste) gestartet. Es wird mit rund drei Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Rahmen des Wettbewerbs IT2Green gefördert. In den nächsten drei Jahren werden die Industriepartner E.ON Mitte und Siemens gemeinsam mit dem Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien (deENet), dem Fachgebiet Kommunikationstechnik (ComTec) der Universität Kassel und dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) ein Energiemanagementsystem entwickeln. Dieses System soll unter Berücksichtigung des nutzerabhängigen Verhaltens so viel Energie wie möglich am Büroarbeitsplatz einsparen.

Auch in Zukunft wird die Anzahl der Computer und anderer Geräte der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) in Büros weiter wachsen. Computer, Drucker, Scanner, aber auch die Beleuchtung und Heizung bzw. Kühlung sind maßgebliche Energieverbraucher. Um den Energieverbrauch zu minimieren, werden innovative Ansätze für ein modernes Energiemanagement
benötigt. Dieser Aufgabe widmet sich das Projekt pinta. Der Projekttitel steht für "Pervasive Energie durch internetbasierte Telekommunikationsdienste", d.h. durch eine anwenderspezifische Steuerung von elektrischen Geräten und Heizungs- bzw. Kühlsystemen in Bürogebäuden werden durch Energieeffizienzsteigerungen Kosten eingespart. Die Steuerung erfolgt
über ein kontextsensitives Energiemanagementsystem. "Kontextsensitivität gilt als vielversprechend für adaptive Energiesteuerung", bekräftigt Prof. David vom Fachbereich Kommunikationstechnik (ComTec) der Universität Kassel. Anwenderspezifische Informationen, wie die Aktivität und der Standort der Büroangestellten werden mithilfe von drahtlosen Sensornetzwerken und
Mobiltelefonen erfasst, um elektrische Geräte und Energieverbraucher automatisch zu schalten. Manuelles Handeln der Nutzer ist dabei nicht erforderlich. "Sensoren im 'Internet der Dinge' durchdringen mehr und mehr unsere Alltagswelt. Es liegt auf der Hand, die hierdurch gewonnen Informationen zur Reduktion des Energieverbrauchs zu nutzen", erläutert der Projektleiter Dr. Cornel Klein von der Siemens AG.

Am Beispiel eines Büroarbeitsplatzes wird das hohe Einsparpotential des Systems deutlich: Bei Abwesenheit des Nutzers (Mittagspause, Besprechungen etc.) werden über das pinta-System alle Heizungen sowie elektronische Geräte (Beleuchtung, PC, Drucker etc.) automatisch abgeschaltet oder in einen Energiesparmodus gefahren. Durch ein kontextsensitives Energiemanagementsystem können Zeiten, in denen z.B. ein PC nicht genutzt wird, automatisch identifiziert werden. In diesen Zeiträumen wird der PC in einen Standby-Modus geschaltet. Auf diese Weise lassen sich bis zu 30% des Energieverbrauchs einsparen.

Das pinta-System wird zunächst in einer Laborumgebung des Fachbereichs ComTec an der Universität Kassel sowie bei Siemens in München entwickelt und getestet. Anschließend wird es in einem Verwaltungsgebäude einer nordhessischen Kommune im Netzgebiet der E.ON
Mitte implementiert und erprobt. "Wir unterstützen die Kommunen aktiv bei der Umsetzung ihrer möglichen Einsparpotenziale. Wichtig ist dabei, dass die Lösungen auch auf andere Kommunen übertragbar sind. Wir wollen damit Impulse für mehr Energieeffizienz in der Kommunalverwaltung geben", erläutert Thomas Weber, Mitglied des Vorstands von E.ON Mitte, die Gründe für das Projektengagement des Regionalversorgers. Anhand der erzielten Energieeffizienzgewinne werden neue, marktfähige Produkte und Dienstleistungen entwickelt, insbesondere Sensornetze, Energieeffizienzdienstleistungen sowie IKT-Dienste und Systemlösungen für mobile Endgeräte. Darüber hinaus sind an der Entwicklung weitere von den Projektpartnern beauftragte Unternehmen beteiligt: ekom21, eCO2IT, IBP Fraunhofer-Institut, PhoneTec, Networking Concepts.

Auftaktveranstaltung IT2Green
Vorgestellt wird das Projekt pinta bei der Auftaktveranstaltung "IT2Green - Energieeffiziente IKT für Mittelstand, Verwaltung und Wohnen" am Dienstag, den 03. Mai 2011 von 10 bis 17 Uhr im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Invalidenstraße 48, 10115 Berlin.

Hintergrund
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) fördert mit dem Wettbewerb "Energieeffiziente IKT für Mittelstand, Verwaltung und Wohnen - IT2Green" ausgewählte Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, die eine höhere Energieeffizienz in der Informations- und Kommunikationstechnik verfolgen. Im Vordergrund steht der ganzheitliche Effizienzansatz, bei dem die Energieeffizienz eines IKT-Gesamtsystems entlang von Wertschöpfungsketten und Technologiestrukturen verbessert wird. www.it2green.de

Informationen rund um pinta finden Sie hier.


Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Dr. Cornel Klein, Siemens AG
Tel.: 089-636-535-62, E-Mail: cornel.klein(at)siemens.com

Prof. Dr.-Ing. Klaus David, ComTec, Universität Kassel
Tel: 0561-804-6314, E-Mail: david(at)uni-kassel.de

Dipl.-Ing. Stefan Fennel, Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien
Tel.: 0561-788 096-12, E-Mail: s.fennel(at)deenet.org

03.05.2011 11:47 Alter: 2 Jahre