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Dr.-Ing. Clemens Mostert
Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Clustermanagement
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Wasserkraft
Wasserkraft ist eine traditionelle und ausgereifte Technologie, die schon seit etwa einem Jahrhundert zur Stromgewinnung eingesetzt wird. Sie besitzt nach der traditionellen Nutzung von Biomasse den größten Anteil an den erneuerbaren Energien. Heute wird etwa ein Fünftel der weltweiten Elektrizität aus Wasserkraft produziert. Kleinere Kraftwerke mit Turbinen im fließenden Wasser können Strom auf umweltfreundliche Weise erzeugen. Sie liegen meistens an Flüssen und sammeln keine wesentlichen Mengen von Stauwasser an, welche den Bau von großen Dämmen und Speichern notwendig machen würden. Bei großen hydroelektrischen Kraftwerken mit großen Stauseen sind negative Auswirkungen auf die Umwelt zu beachten.
Die Hauptvoraussetzung für Wasserkraft ist eine Fallhöhe, sodass das durch einen Einlasskanal oder eine Röhre geleitete Wasser eine Turbine antreiben kann. Es gibt zwei große Kategorien von Turbinen. Die Impulsturbinen, in denen ein Wasserstrahl auf ein Laufrad auftrifft, welches die Richtung des Strahls umkehrt und dabei kinetische Energie aus dem Wasser gewinnt. Diese Turbinen sind für große Fallhöhen und "geringe" Wassermengen geeignet. Die Reaktionsturbinen laufen mit Wasser voll und erzeugen dadurch hydrodynamische "Auftriebskräfte", mit denen die Schaufeln angetrieben werden. Diese Turbinen eignen sich für mittlere bis geringe Fallhöhen und mittlere bis große Wassermengen.
In Deutschland beträgt der Anteil der Wasserkraft an der Stromerzeugung etwa 5 %, was einem Anteil von etwa 22 Milliarden kwh im Jahr entspricht. Ein wesentliches Potenzial zur zukünftigen Wasserkraftnutzung liegt hier in der Leistungssteigerung durch den Ersatz und die Modernisierung vorhandener Anlagen. Am Beispiel Baden-Württemberg wird deutlich, welche Möglichkeiten vorhanden sind. In diesem Bundesland entspricht der Anteil der Wasserkraft über 10 % und einer Leistung von 5,5 Milliarden kWh im Jahr. Nach einer wissenschaftlichen Erhebung der Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Deutschland kann eine ökologisch vertretbare Steigerung des Wasserkraftanteils auf 20 % erreicht werden. Dazu wäre allerdings eine Mehrerzeugung von rund 4 Milliarden kWh/a notwendig, die im Wesentlichen im Bereich kleiner und mittlerer Anlagen liegen und vor allem durch private mittelständische Initiatoren aktiviert werden müsste.
Mitglieder im deENet verfügen über ein umfangreiches Know-how bei der regionalen Nutzung und der Entwicklung von Maßnahmen zur Effizienzsteigerung.










