Wie lässt sich die Ladeinfrastruktur für elektrische Lkw so gestalten, dass sie zu den Abläufen der Logistikunternehmen, den verfügbaren Netzkapazitäten und der regionalen Energieversorgung passt? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Akteurs-Workshop „Laden an der Laderampe“ am 17. August 2026 bei der EAM in Kassel.
Die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs stellt Unternehmen vor komplexe Herausforderungen. Neben der Beschaffung geeigneter Fahrzeuge müssen Netzanschlüsse, Ladeleistungen, Energieversorgung, Routenplanung und betriebliche Ladefenster aufeinander abgestimmt werden. Um praxistaugliche Lösungen zu entwickeln, braucht es daher eine enge Zusammenarbeit zwischen Logistik, Energiewirtschaft, Infrastrukturbetreibern, Wissenschaft und Politik.
Beim Podiumsgespräch diskutierten Elias Spreiter vom Hessischen Wirtschaftsministerium, Nico Spengler und Timo Knieling von der EAM, Björn Groß von Energiesysteme Groß sowie Gunnar Heunisch von der ZUFALL logistics group über die aktuellen Rahmenbedingungen und praktischen Anforderungen.
Dabei wurde deutlich: Viele technische Lösungen sind bereits verfügbar. Die entscheidende Aufgabe besteht nun darin, die unterschiedlichen Anforderungen frühzeitig zusammenzuführen und aus einzelnen Vorhaben wirtschaftlich tragfähige und skalierbare Lösungen zu entwickeln. Insbesondere die Erfahrungen der Logistikunternehmen sind dabei unverzichtbar, denn Ladeinfrastruktur muss sich in reale Transportabläufe integrieren lassen.
Marktplatz bringt Praxis und Projektentwicklung zusammen
Im Anschluss an das Podium vertieften die Teilnehmenden die Diskussion auf einem interaktiven Marktplatz. An den Stationen der EAM und des Fraunhofer IEE wurden konkrete Lösungsansätze, Erfahrungen aus der Praxis und mögliche gemeinsame Projektideen vorgestellt.
Während bei der EAM insbesondere die Planung und Umsetzung von Ladeinfrastruktur sowie die Verbindung mit Photovoltaik, Speichern und individuellen Energiekonzepten im Mittelpunkt standen, richtete das Fraunhofer IEE den Blick auf mögliche Innovations- und Forschungsprojekte. Ein wesentliches Ziel des Workshops war es, geeignete Partner zusammenzubringen und die nordhessische Konsortialfähigkeit in diesem Zukunftsfeld weiter auszubauen.
„Wir wollen, dass die Wertschöpfung rund um die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs in Nordhessen entsteht und in der Region bleibt. Dafür verfügen wir über kluge Köpfe, starke Unternehmen und ein hervorragend vernetztes Innovationsumfeld. Jetzt gilt es, diese Kompetenzen noch gezielter zusammenzubringen und aus guten Ideen konkrete Projekte zu entwickeln. Wir bleiben an diesem Thema dran“, betont Christian Dobler-Eggers, Geschäftsführer von MoWiN.net e.V. und Clusterleiter Mobilität beim Regionalmanagement Nordhessen.
MoWiN.net e.V. wird den Austausch gemeinsam mit seinen Partnern fortsetzen und die Entwicklung weiterer Kooperationen begleiten. Denn eine klimafreundliche Logistik kann nur gelingen, wenn Energie, Infrastruktur und betriebliche Praxis gemeinsam gedacht werden.
Ein besonderer Dank gilt der EAM für die Gastfreundschaft, allen Mitwirkenden und Teilnehmenden sowie den beteiligten Partnern für die gemeinsame Organisation und den intensiven fachlichen Austausch.



