Nordhessen auf dem Weg zur Modellregion für ein integriertes und resilientes Energiesystem

Gemeinsames Positionspapier beim Zukunftsforum Energie & Klima an Staatsminister Kaweh Mansoori übergeben

Wie kann die Energiewende nicht nur geplant, sondern vor Ort erfolgreich umgesetzt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich das neue gemeinsame Positionspapier „Nordhessen als Modellregion für ein integriertes und resilientes Energiesystem“, das am 9. September 2026 im Rahmen des Zukunftsforums Energie & Klima an Staatsminister Kaweh Mansoori übergeben wurde.

Das Papier versteht sich als gemeinsamer Beitrag aus Nordhessen zur weiteren Gestaltung der Energiewende und richtet sich zugleich an das Land Hessen und den Bund. Es macht deutlich: Nordhessen verfügt über wichtige Voraussetzungen, um bei der Entwicklung eines integrierten und resilienten Energiesystems eine Vorreiterrolle einzunehmen.

Energieversorgung ganzheitlich denken

Ein zukunftsfähiges Energiesystem lässt sich nicht durch die isolierte Betrachtung einzelner Technologien oder Sektoren gestalten. Strom, Wärme, Mobilität, Wasserstoff, Speicher, Netze und Flexibilität müssen gemeinsam betrachtet und miteinander verzahnt werden.

Dafür braucht es das Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure. Wirtschaft, Wissenschaft, Kommunen, Netzwerke und weitere regionale Partner verfügen in Nordhessen bereits über vielfältige Kompetenzen, Infrastrukturen und Erfahrungen, auf denen aufgebaut werden kann.

Das Positionspapier bündelt diese Potenziale und beschreibt fünf zentrale Handlungsfelder:

  • Resiliente Energieversorgung
  • Transformation von Verkehr und Logistik
  • Transformation der Wärmeversorgung
  • Funktionierende Wasserstoffketten
  • Flexibilität und Netzausbau intelligent verzahnen

Von strategischen Zielen zu konkreten Projekten

Das Positionspapier bleibt dabei nicht auf der Ebene strategischer Zielsetzungen. Es knüpft an konkrete Projekte und Erfahrungen aus der Region an und zeigt auf, wo in Nordhessen bereits heute an Lösungen für ein integriertes Energiesystem gearbeitet wird.

Dazu gehören unter anderem Ansätze zur resilienten Energieversorgung, zur Elektrifizierung von Verkehr und Logistik, zur klimaneutralen Wärmeversorgung, zum Aufbau funktionierender Wasserstoffketten sowie zur intelligenten Nutzung von Flexibilitäten und zur Verzahnung mit dem Netzausbau.

Damit soll ein Rahmen für weitere Reallabore, Demonstrationsprojekte und Investitionen geschaffen werden. Ziel ist es, aus den vorhandenen Kompetenzen und Einzelprojekten ein stärker integriertes regionales Energiesystem zu entwickeln und Lösungen zu erproben, die auch über Nordhessen hinaus übertragbar sind.

Nordhessen verfügt über gute Voraussetzungen

Entscheidend ist die gemeinsame Überzeugung der beteiligten Akteure: Nordhessen verfügt über die Kompetenzen, die Infrastruktur, die Netzwerke und die konkreten Ansätze, um als Modellregion voranzugehen.

Damit diese Potenziale genutzt und weiterentwickelt werden können, braucht es geeignete Rahmenbedingungen und Unterstützung von Land und Bund. Das Positionspapier formuliert deshalb auch konkrete Erwartungen an die Landes- und Bundespolitik – unter anderem mit Blick auf Förderbedingungen, regionale Zusammenarbeit und die Berücksichtigung der besonderen Potenziale und Bedarfe der Region.

Die vorliegende Fassung ist eine Arbeitsversion

Das beim Zukunftsforum Energie & Klima übergebene Dokument ist ausdrücklich als Teaser und Arbeitsversion zu verstehen. Der Austausch mit weiteren Unterzeichnenden und Institutionen läuft. Gleichzeitig sind weitere Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen eingeladen, sich an der Weiterentwicklung des Positionspapiers zu beteiligen und ihre Perspektiven und Projekte einzubringen.

Ein herzlicher Dank gilt allen Akteuren, die den Prozess bislang mitgestaltet und die gemeinsame Position unterstützt haben.

Nordhessen ist bereit. Jetzt geht es darum, gemeinsam vom Konzept in die Anwendung zu kommen.