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Bürgerbeteiligung beschleunigt die Wärmewende vor Ort

17.08.2018, Berlin: Für die Umsetzung der lokalen Energiewende ist die Einbindung von Bürgern ein wichtiger Erfolgsfaktor. Aktive Beteiligungsmöglichkeiten tragen nicht nur zum Klimaschutz bei und ermöglichen finanziell attraktive Investitionen, sondern fördern vor allem die Akzeptanz vor Ort. Der hessische Ortsteil Wettesingen beweist, dass eine hundertprozentig regenerative Wärmeversorgung mithilfe einer lokalen Energiegenossenschaft den Zusammenhalt in der Gemeinde stärkt.

Eine Einbindung von Bürgern in Erneuerbaren Energien Projekten kann sowohl während der Planung als auch mit der Finanzierung ermöglicht werden. Bei der planerischen Beteiligung profitieren die Kommunen beispielsweise durch Partizipation während der Erstellung von Klimaschutzkonzeptenmoder bei der Planung konkreter Erneuerbare-Energien-Projekte. Die Grundlage für eine fruchtbare Partizipation ist die rechtzeitige Bereitstellung von Informationen, beispielsweise in Form von Informationsveranstaltungen oder Fahrten zu bereits realisierten Anlagen. Durch die Chance zur Gestaltung des eigenen Lebensumfelds entstehen Akzeptanz und vermehrtes Engagement. Bürgerenergiegenossenschaften können neben dem Bau von Wind-, Solar- oder Bioenergie-Anlagen auch den Betrieb dieser gewährleisten. Die Vorteile für die Bürger sind offensichtlich; erhöhte Transparenz, Kommunikation und die Möglichkeit zur Investition in regionale Energieprojekte. Die Grundlage für eine nachhaltige und konfliktfreie Realisierung der Projekte ist die enge Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Kommune.


Informieren, Konsultieren und Kooperieren
Das nordhessische Wettesingen, ein Ortsteil der Gemeinde Breuna, zeigt inwiefern Bürgerbeteiligung sowohl in planerischer als auch in finanzieller Form die lokale Energiewende voranbringt. Mithilfe von gemeinschaftlichen Planungen seitens Kommune und Bürgern konnten die etwa 1.150 Einwohner eine hundertprozentige Versorgung aus Erneuerbaren Energien im Strom- und Wärmebereich erzielen. Die Gemeinde setzte von Anfang an auf eine gemeinsame Umsetzung: Um verschiedene Handlungsmöglichkeiten zur Einbindung eines bereits bestehenden Biogas-BHKWs aufzeigen zu können, rief Bürgermeister Henkelmann nicht nur die zuständigen Akteure zusammen und besuchte Projekte in anderen Kommunen, sondern stellte vor allem die Finanzierung für eine Machbarkeitsstudie sicher. „Die Kommune hat die Bewegung angestoßen, wir waren jedoch auf die Offenheit für Alternativen der Bürger angewiesen. Diese zeigten großes Interesse, woraufhin sich Arbeitsgruppen bildeten, die engagiert an den Planungen beteiligt waren“, betont Henkelmann. „Eine Realisierung des Nahwärmeprojektes war nur mithilfe der beeindruckenden ehrenamtlichen Arbeit möglich. Das Projekt stärkte den Zusammenhalt der Ortsgemeinschaft, weil alle dasselbe Ziel verfolgten“. Als Ergebnis der gemeinsamen Planungen wurde 2010 die Wettesinger Energiegenossenschaft gegründet, die den Anwohnern eine finanzielle Beteiligung am Projekt ermöglichte. Die Energiegenossenschaft nahm ein zweites Biogas-BHKW mit 366 Kilowatt in Betrieb und speist seit 2014 in das neu errichtete, 10 Kilometer lange Nahwärmenetz ein.


Akzeptanz für den Klimaschutz
Während BHKWs, Biogasanlage und ein Biogaskessel die Grund- und Mittellast zur Verfügung stellen, dienen drei Pelletkessel in der Heizzentrale mit insgesamt 1.640 Kilowatt als Spitzenlast. Ergänzt wird das Heizsystem durch zwei Pufferspeicher mit 36 und 120 Kubikmetern, die bei Bedarf zusätzliche Wärme in das Netz geben können. Durch die Errichtung des Nahwärmenetzes werden nun jährlich mehr als 600.000 Liter Heizöl ersetzt, insgesamt beläuft sich die CO2-Einsparung auf 1.300 Tonnen im Jahr. Auch Dieter Hösl, Vorstandsvorsitzender der Wettesinger Energiegenossenschaft eG, bewertet die Einbindung der Bürger rückblickend als Schlüsselmoment für den Erfolg des Projekts: „Das soziale Gefüge von Wettesingen hat sich durch das Projekt wieder gebildet. Darüber hinaus profitierten wir in den Diskussionen von dem Know How der verschiedenen Akteure. Der Aufwand für organisatorische Absprachen lohnte sich somit allemal“. Die Bereitstellung von Informationen schaffte Akzeptanz und die Klärung von Missverständnissen: „Die niedrigen Heizölpreise hemmten die Argumentation für einen Anschluss bei den Bürgern. Oft wurde die Vollkostenrechnung vergessen. So entfallen beispielsweise die Kosten für Heizkesselwartung und Schornsteinfegergebühren. Hier war viel Aufklärungsarbeit gefragt“, so Hösl.

Die Wettesinger erreichen mit ihrem Nahwärmenetz neben der Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und ihren schwankenden Preisen, auch einen nachhaltigen Beitrag zur Wertschöpfung vor Ort.


Die Inhalte dieses Artikels stammen aus der Broschüre Energie vom Land hält warm der Agentur für Erneuerbare Energien e.V.


 
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Anika Schwalbe, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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