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Energie-Kommune des Jahrzehnts: Die fünf Nominierten

23.10.2018, Berlin: In den vergangenen zehn Jahren hat die Agentur für Erneuerbare Energien mehr als 120 deutsche Kommunen als Energie-Kommune des Monats geehrt. Bürgerinnen und Bürger, kommunale Politiker und Unternehmen haben in jeder einzelnen Kommune mit viel Engagement, dem Wille zu energetischer Unabhängigkeit und mit einem klaren Ja zu Erneuerbaren Energien großartige Beiträge zur Energiewende geleistet.

Anlässlich der 10-Jahresfeier unserer Energie-Kommune des Monats wurden fünf herausragende Kommunen nominiert, um beim „Zukunftsforum Energiewende“ am 20. November mit dem Jury- bzw. Publikumspreis ausgezeichnet zu werden. Zu den fünf Nominierten gehören Lathen, der Landkreis Bamberg, Pfaffenhofen an der Ilm, der Rhein-Hunsrück-Kreis und Saerbeck.
 

Lathen
Die niedersächsische Gemeinde Lathen nimmt Bürgerinnen und Bürger in der Energiewende mit. Der Ausbau des Nahwärmenetz wird über Genossenschaften sichergestellt. Ob Biogasanlage, Holzhackschnitzel oder ORC-Anlagen – die Leitungen werden sogar unter der Ems verlegt. Viele Repowering-Projekte sind abgeschlossen. Der Anteil Erneuerbarer Energien am Stromeigenverbrauch liegt nun bei 375 Prozent. „Für die Menschen ist es entscheidend, die Energiewende und die Projekte vor Ort zu begleiten und mitzugestalten“, sagt Bürgermeister Karl-Heinz Weber. „Der wichtigste Hebel für den Erfolg der Energiewende vor Ort sind nicht die Ziele, sondern umgesetzte Projekte“ Lathen liege an der Teststrecke des Transrapid und „wir haben daher hautnah erfahren können, wie ein tolles Projekt wegen fehlender Umsetzung scheitern kann. Dies sollte mit der Energiewende nicht passieren“, so Bürgermeister Karl-Heinz Weber.
 

Landkreis Bamberg
Bamberg ist Vorreiter in Sachen erfolgreicher Kooperation: Die Stadt arbeitet gemeinsam mit dem Landkreis zusammen, denn Klimaschutz kennt keine Grenzen. Aber auch andere Akteure sind Teil der dezentralen Energiewende von den Stadtwerken bis zu Bürgerinnen und Bürgern. Der Landkreis stellt sich der Verkehrswende und setzt auf E-Carsharing. Um die Energiewende ganzheitlich anzugehen, hat der Landkreis Bamberg 2015 beschlossen, jeder seiner 36 Gemeinden einmalig einen Betrag in Höhe von 2.500 Euro für die Installation einer Ladesäule in ihrem Gemeindegebiet zu gewähren. Durch diese Maßnahme konnte eine fast flächendeckende Ladeinfrastruktur geschaffen werden. „Der Landkreis Bamberg fördert anhand eines 10-Punkte-Programms die Elektromobilität in der Region. Das E-Carsharing ist ein wichtiger Baustein, um die Bevölkerung für den Bereich der Elektromobilität zur sensibilisieren und die Mobilität in unserem Flächenlandkreis – auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung – zu stärken“, erklärt Landrat Johann Kalb.
 

Pfaffenhofen an der Ilm
Die Stadt Pfaffenhofen setzt bei der Energiewende auf die Bürgerinnen und Bürger vor Ort. Ob Bürgergenossenschaft, die Rekommunalisierung der Stadtwerke oder ein Bürgerentscheid zum Windparkausbau, Pfaffenhofen setzt auf die Verantwortung aller. Aber auch innovative Projekte sind für die Stadt ein geeignetes Betätigungsfeld. Die Stadt testet Power-to-Gas-Lösungen für Elektromobilität. „Eine sozialgerechte Energiewende zu gestalten, mit dem Ziel eine demokratische, dezentrale, erneuerbare Energieversorgung für Pfaffenhofen aufzubauen ist unsere Aufgabe“, freut sich Andreas Herschmann, Referent für Energie und Klimaschutz im Stadtrat. „Die Partizipation der Bürger an diesem Prozess gelingt durch unsere Bürgerenergiegenossenschaft mit rund 650 Mitgliedern und unseren Stadtwerken, womit die Wertschöpfung bei uns vor Ort bleibt.
 

Rhein-Hunsrück Kreis
Der Rhein-Hunsrück-Kreis ist einer der ersten bilanziellen Null-Emissions-Landkreise Deutschlands: Die 137 Städte und Gemeinden unterstützen aktiv den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Momentan wird dreimal mehr regenerativer Strom erzeugt, als vor Ort verbraucht wird. Für eine überdurchschnittliche regionale Wertschöpfung sorgen u.a. 271 Windenergieanlagen, Solarstrom und Solarthermie, Abfallmanagement und Energiespeicher. „Wir sind Stromexporteur und erwirtschaften dabei jährlich rund 44 Millionen Euro kommunale Wertschöpfung. Andere würden von einer Win-Win-Situation sprechen. Bei uns sagt man schlicht: Jeder hot ebbes davun“, erzählt Bertram Fleck, Landrat a. D. Früher war der Landkreis abhängig von den fossilen Energien, während heute ein Großteil der Wertschöpfung im Energiebereich in der Region bleibt und in Form von Einkommen, Unternehmensgewinnen, vermiedenen Brennstoffkosten sowie Steuern und Abgaben in den volkswirtschaftlichen Kreislauf zurückfließen.


Saerbeck
Die Kommune Saerbeck hat in den letzten Jahren viel Engagement in den Ausbau von Erneuerbaren Energien vor Ort gesteckt. Ein Bioenergiepark ist das Herzstück der dezentralen Energiewende. Auch die Bürgerinnen und Bürger sind beteiligt: Beteiligung am Windpark, Photovoltaikanlagen auf Dächern der Stadt, Bürgergenossenschaften und nachhaltige Bildung in Schulen und Forschungszentren sind nur einige Beispiele für die Klimakommune. „Zu dem Ausbau der Erneuerbaren Energien gibt es keine Alternativen. Um die Versorgungssicherheit vor Ort sicherzustellen und die kommunale Wertschöpfung zu erhöhen, ist die Umstellung auf Erneuerbare Energien für mich unabdingbar“, so Wilfried Roos, parteiloser Bürgermeister der Gemeinde Saerbeck. Die 7300 Einwohner im westfälischen Saerbeck möchten bis 2030 ihren Energiebedarf in der Bilanz vollständig aus Erneuerbaren Energien decken.

 
Pressekontakt
Anika Schwalbe, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Agentur für Erneuerbare Energien (AEE)
Invalidenstraße 91
10115 Berlin
Telefon: 030 200 535 52
Email: a.schwalbe(at)unendlich-viel-energie.de
www.unendlich-viel-energie.de

Nominierte Kommunen

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