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Oberhaun als Bioenergiedorf: Studie zu Nahwärmenetz


Der Haunecker Ortseil Oberhaun könnte zum Bioenergiedorf werden. Das ist zumindest der Plan von Alexander Otter, Jochen Hickmann und weiteren Mitstreitern.

Sie wollen in ihrem Ort ein Nahwärmeversorgungsnetz installieren, das zum Beispiel mit Hackschnitzeln, Solarthermie oder Biogas betrieben werden könnte. Ob das Ganze tatsächlich machbar wäre und zu welchem Preis, soll nun eine Machbarkeitsstudie zeigen. Ein entscheidender Faktor ist, wie viele Bürger beziehungsweise Haushalte sich beteiligen würden und wie nah beieinander diese liegen. Mit 10.150 Euro aus dem Leader-Programm kann die Studie zum Großteil finanziert werden, für die jetzt fünf Angebote eingeholt werden müssen, wie Bürgermeister Harald Preßmann bei der Übergabe des Bewilligungsbescheids erläuterte. Etwa 18.000 Euro wird eine solche Studie Experten zufolge kosten, die Differenz tragen zunächst die bisherigen Interessenten, erklären Otter und Hickmann – etwa 30 an der Zahl.

Über zwei Jahre ist die erste Informationsveranstaltung her

Schon seit 2016 ist Otter eigenen Angaben nach an dem Thema dran. „Ich habe mir Gedanken gemacht, wie man die Ressourcen vor Ort besser nutzen kann und mich mit anderen ausgetauscht“, berichtet der Landwirt. „Wir haben zum Beispiel viel Wald und Feldgehölze hier.“ Eine erste Informationsveranstaltung fand im Mai 2017 statt, im Sommer 2018 folgte eine Fragenbogenaktion, um etwa den Energieverbrauch und -bedarf zu ermitteln. Die Zahl der Öl- und Gasheizungen halte sich bisher etwa die Waage, wobei gerade Ölheizungen in Zukunft noch unattraktiver werden dürften. Eines allerdings konnten Otter und Hickmann den potenziell Interessierten bisher aber eben nicht sagen: was das Ganze letztlich kosten würde. „Und das ist das Entscheidende“, meint auch der Bürgermeister.

Studie soll verschiedene Heiz Szenarien prüfen 

Die Studie soll in diesem Sinne verschiedene Szenarien prüfen, um etwa die Kosten für eine Kilowattstunde Wärme zu ermitteln. Ebenfalls geprüft werden soll der ideale Standort für die benötigte zentrale Heizungsanlage. Etwa drei Monate sollte man laut Julian Steiner vom Regionalmanagement Nordhessen für die Machbarkeitsstudie einplanen. Er ist außerdem Geschäftsführer des Kompetenznetzwerks dezentrale Energietechnologien – kurz „deENet“ und unterstützt die Oberhauner mit Wissen und Kontakten.

Etwa 250 Haushalte gibt es laut Bürgermeister in Oberhaun, wobei bisher nur der westliche Teil des durch die Haune und die Bahntrasse getrennten Dorfes in die Pläne einbezogen wurde.Preßmann gibt zu, anfangs skeptisch gewesen zu sein, vor allem, da in Oberhaun erst Straßen und Leitungen erneuert worden seien. In Bodes beispielsweise, wo es ohnehin eine Biosgasanlage gibt, wäre ein solches Nahwärmenetz vermutlich einfacher zu realisieren, vermutete er. Er weiß aber auch: „Einer allein kann nicht viel bewegen, aber gemeinsam kann man einiges erreichen.“ 

Ein Nahwärmenetz soll alte Öl- und Gasheizungen ersetzen. Als Nahwärme wird die Übertragung von Wärme zwischen Gebäuden zu Heizzwecken beschrieben, wenn sie über verhältnismäßig kurze Strecken erfolgt. Ein Nahwärmenetz besteht aus einer zentralen Heizungsanlage, einem Verteilnetz und mehreren Hausübergabestationen. Die Wärme wird „fertig“ bei jedem Teilnehmer angeliefert. Als Energiequelle werden oft Hackschnitzel, Solarthermie oder Biogase eingesetzt. Betrieben werden die Wärmenetze in der Regel von Genossenschaften.
 


Eine Informationsfahrt ins Bioenergiedorf Mengsberg im Landkreis Marburg-Biedenkopf planen die Initiatoren aus Oberhaun für Samstag, 16. November. Es sind noch Plätze frei. Treffpunkt ist um 8.30 Uhr am Dorfgemeinschaftshaus in Oberhaun. Für die Fahrtkosten, einen Imbiss und Getränke wird ein Unkostenbeitrag in Höhe von sieben Euro erhoben.

Informationen und Anmeldung
Jochen Hickmann: 0151/42845310
Alexander Otter: 0176/22902923
oder per E-Mail: nahwaerme(at)oberhaun.de



Autorin: Nadine Maaz
Quelle: Hersfelder Zeitung, 12.11.2019

Der Haunecker Ortsteil Oberhaun soll zum Bioenergiedorf werden: Von links im Bild die Initiatoren Alexander Otter und Jochen Hickmann, Johanna Sick vom Regionalmanagement, Bürgermeister Harald Preßmann, Gudrun Strube aus dem Gemeindevorstand und Julian Steiner, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerks „deENet“. © Nadine Maaz